D O S T O J E W S K I  


Достоевский, Фёдор Михайлович Иван Александрович Григорович Дмитрий Васильевич Григорьев, Аполлон Александрович Сердце, Александр Иванович
 
"Auf die Krönung und den Friedensschluss"
 
 
Im Frühjahr 1856 geschrieben.

Dostojewski im Mai 1856 aus Semipalatinsk an Baron Wrangel:
"Oh, gebe Gott, dass sich mein Schicksal zum Guten wendet. Sie schreiben mir, ich solle etwas schicken. Ich schicke ein Gedicht auf die Krönung und den Friedensschluss. Es mag gut oder schlecht sein, jedenfalls habe ich es hier an die Vorgesetzten gesandt, mit der Bitte es drucken zu dürfen. Aber offiziell (mit einer Bittschrift) um die Druckgenehmigung nachzusuchen, ohne gleichzeitig ein Werk vorzulegen, scheint mir ungeschickt. Deshalb habe ich mit einem Gedicht begonnen."
Schröder, Ralf; Dostojewski - Briefe Band 1, Insel Verlag  S. 175

 
Mit der Bitte um Veröffentlichung wurde dieses Poem dem Kriegsminister übersandt. Dem Antrag war zugleich ein Schreiben von E. I. Totleben beigelegt, das den Wunsch nach Drucklegung des Gedichts unterstützte. Dostojewskis Wunsch nach Veröffentlichung kam man, wie bereits bei den zwei vorhergehenden Gedichten, trotzdem nicht nach.
 
 

 
Prozession Alexandra Fjodorownas in die Krönungskathedrale.
Gemälde von Mihály Zichy aus dem Krönungsalbum von 1856
Quelle: Commons




Auf die Krönung und den Friedensschluss

Verstummt ist der schreckliche Krieg!
Das Ende dem erbitterten Kampf!
Auf die freche und hochmütige Herausforderung
verletzt im Heiligtum seiner Gefühle,
zitternd vor Zorn ist Russ auferstanden.
Trat in den Kampf mit dem verzweifelten Feind
und die Frucht der blutigen Saat
hat mit dem heldenmütigen Schwert gemäht.
Mit heiligem Blut fruchtbar gemacht,
in ehrlichem Kampf seine Felder,
dem mit im Kampf erworbenen Frieden mit Europa,
begegnet die russische Erde.

Die neue Epoche liegt vor uns.
Der Hoffnung wonnevoll, die Morgenröte
steigt hell vor den Augen. . .
Gott segne den Zaren!

Dieser unser Zar begeht die schwierige Heldentat
eines dornigen steilen Weges;
Auf das hartnäckige Werk, die dürftige Erholung,
auf die Heldentat des heiligen Heldentums,
wie jener absolutistische Riese,
der in der Arbeit und den Werken lebte,
und der Sohn der Zaren, groß und gut,
trug Schwielen an den Händen!

Durch Gewitter ist das Land gereinigt,
in der Not wurden die Herzen gefestigt,
und teuer der Ruhm
dem, der bis zum Ende treu ist.
Mit dem Zaren ganz Russ mit der Liebe
und dem warmen Glauben wird gehen
und vom Boden, durch das Blut fruchtbar gemacht,
die goldene Ernte wird sammeln.
Kein Russe ist der, der einen falschen Weg
in dieser feierlichen Stunde gewählt,
wie ein fauler und schlauer Sklave,
wird gehen, ohne das Heiligtum verstanden zu haben.

Unser Zar geht, die Krone zu übernehmen . . .
Das reine Gebot schaffend,
rufen die Millionen von Russen:
Gott segne den Zaren!
Oh der, der im Augenblick des Willens
den Tod schenkt und zum Leben erweckt,
schützt die Zaren und auf armem Feld
den zarten Grashalm schützt:
Schaffe in ihm den munteren und klaren Geist,
lebe in ihm mit geistiger Kraft,
schaffe, dass sein Werk schön ist
und segne auf dem heiligen Weg!

Zu dir, der Quelle der völligen Vergebung,
der Quelle des heiligen Sanftmutes,
steigen die russischen Gebete:
Bewahre die Liebe im eigenen Lande!
Zu dir, selbstlos liebenden
der für seine Peiniger betete,
der mit Lichtstrahlen begoss
die blinden Gotteslästerer,
zu dir, unser Zar, mit Dornenkranz,
der für seine Mörder flehte
und auf dem Kreuz mit letztem Wort,
segnete, liebte, vergab!

Mit unserem Leben und Blut
werden wir dem Zaren dienen.
Erfülle mit Licht und Liebe
sein ihm treues Russland.
Strafe uns nicht mit Blindheit.
Gib den Verstand, um zu sehen und zu verstehen
und mit dem reinen und lebenden Glauben
den Auserwählten des Himmels zu empfangen.
Bewahre vor traurigem Zweifel.
Kläre den Blinden auf
und am großen Tag der Erneuerung
beleuchte uns den künftigen Weg.

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