D O S T O J E W S K I  


was tun
 
Michail Wasiljetitsch Butaschewitsch- Petraschewski (1821 - 1866)
 

Petraschewski war Beamter im russischen Außenministerium, der 1845 die Gesellschaft der Petraschewzen gründete. Anhänger Fouriers und Feuerbachs.

1848 verfasste Petraschewski seine Schrift über die Bauernfrage. Die 3. Abteilung der zaristischen Polizei wurde daraufhin auf die „Freitagabende“ bei Petraschewski aufmerksam.

An den Freitagen trafen sich dort regelmäßig Freigeister unterschiedlichster Couleur.

„Auch wenn sie oft so genannt wird: es war keine Geheimgesellschaft, denn Ihre Mitglieder – Schriftsteller, Beamte, Offiziere, Studenten – durften beliebig Gäste mitbringen.“
Lenz, Dostojewski – der gläubige Zweifler S. 6

Weiterhin herrschten In der Gesellschaft der Petraschewzn keine einheitlichen, geschlossenen Auffassungen. Im "Tagebuch eines Schriftstellers" bzw. im "Staatsbürger"  1873 Nr. 50 geht Dostojewski ausführlich auf die allgemeine Stimmung unter den Petraschewzn ein. Der Artikel heißt "Eine der modernen Unterstellungen".

Petraschewski und Dostojewski waren sich nicht sonderlich zugetan. Für Petraschewskis Bibliothek hingegen war er durchaus empfänglich. Bemerkenswert ist, dass sich Dostojewski wohl keine Schriften Fouriers aus dieser Bibliothek auslieh, und vom Sozialismus ala Fourier keine großen Kenntnisse besaß. Er soll sich wohl vorrangig all jene Bücher ausgeborgt haben, die eine Verbindung von christlicher Religion und den Ideen des utopischen Sozialismus beinhalteten.

„Dostojewskij war in einigen Versammlungen als Redner aufgetreten, wobei er vor allem für die Aufhebung der Leibeigenschaft plädierte ohne im Übrigen die utopisch-sozialistischen Anschauungen Petraschewskijs und seiner Genossen gutzuheißen.“
Luther, Nachwort Großinquisitor Reclam 1997  S. 54

„Was Fjodor nach dem Bruch mit Belinski bei den Petraschewzen suchte und zum Teil fand, waren die Ideen der liberalen Theologen des Westens, wie D. F. Strauß und die ihnen eng verwandten christlich-sozialen Utopien eines Saint-Simon, Cabet, Proudhon und nicht zuletzt Georg Sand. Die ihm von Belinski kräftig inspirierte und in seinen späteren Romanen auf seine Weise entfaltete  Idee vom `Goldenen Zeitalter ` sozialer Gerechtigkeit fand er bei diesen Schriftstellern christlich begründet.“
Onasch; Biographie  S. 46
 
           
              Michail Wassiljewitsch Butaschewitsch-Petraschewski

 
Herzen schrieb über die Petraschewzen:
„Die Petraschewzen waren unsere kleineren Brüder, so wie die Dekabristen die älteren waren.“

Die Petraschewzen nennt Artur Luther in seinem Nachwort zum Großinquisitor „einen Kreis revolutionärer Schwarmgeister“.

Als nach einjähriger Beobachtung dieser Treffen die Liste der Besucher vollständig war, wurden am frühen Morgen des 23. April die 34 „Verschwörer“ dieser Gruppe verhaftet.

1849 wurde er mit weiteren, so auch Dostojewski, zum Tode verurteilt und dann zu lebenslänglicher Verbannung begnadigt. Nach seiner Amnestierung 1856 betrieb er eine Anwaltskanzlei. 1860 brachte er eine Zeitung heraus, wurde aber bald wegen ständiger Zusammenstöße mit der Obrigkeit nach Minusinski verbannt.
Hitzer; Gesammelte Briefe – Dostojewskij, Piper

Das erste Mal begegnete ihm Dostojewski wohl eher zufällig in dieser Konditorei.

In Dostojewskis Aufsatz
"Eine der modernen Unterstellungen" aus seinem "Tagebuch eines Schriftstellers" beleucht umfänglich die dort damals herrschende Atmosphäre..


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