D O S T O J E W S K I  


zitate
 
"Sentimentalität war niemals Dostojewskijs Gefahr; die Bewältigung der Katastrophe 1849 und der Zuchthausjahre hat seine Konsistenz und aktive Geduld als eine Seite seiner Genialität bewährt; ein Einschlag an Härte ist nicht zu übersehen, allen populären Missverständnissen seines Charakterbildes entgegen."
Doerne; Gott und Mensch in Dostojewskijs Werk

 
"Das Zuchthaus schärfte auch Dostojewskis Bewusstsein für seine Isolierung von den einfachen Menschen. (. . .) Sie lehnten ihn sogar ab, als er versuchte, sich ihrem Protest gegen die Bedingungen in der Zuchthausküche anzuschließen."
Russland - Nation und Imperium, Geoffrey Hosking Siedler Verlag Berlin; 2000 S. 337


"Wer Dostojewski liest, dem wird er zum Erlebnis werden. Anderenfalls wird er ihn nach ein paar Seiten gelangweilt an die Seite legen."
Dass auch der Allerniedrigste sei dein Freund, Eugen Drewermann; Walter Verlag Zürich, 1999 S. 7

 
"Wer abwechselnd sündigt und dann in seiner Reue hohe sittliche Forderungen aufstellt, der setzt sich dem Vorwurf aus, dass er sich´s zu bequem gemacht hat."
Sigmund Freud, Dostojewski und die Vatertötung

  
"So ähnlich ein Porträt auch sein mag, es zeigt doch immer den Maler, und zwar fast ebenso wie das Modell."
Gide in Bezug auf das Werk; "Dostojewski”  Andre Gide; Verlag das Goldene Vlies Darmstadt, 1954
 

"Kennen Sie Dostojewski? Außer Stendhal hat niemand mir so viel Vergnügen und Überraschung gemacht: ein Psychologe, mit dem ich mich verstehe."    Nietzsche           
Dostojewskij der vertrackte Russe, Gerigk, Horst Jürgen,  Attempto Verlag Tübingen  2000
Als Romancier lehnt Nietzsche Dostojewski jedoch völlig ab.
 
         Nietzsche ZRATUSTRA Übermensch  Friedrich Nietzsche
 
"Dostojewski ist der Ausdruck des russischen Wahnsinns, der Tragödie im Russentum, der Fleischwerdung all seiner mystischen Verinnerlichung und hektischen Geladenheit."
Arthur Moeller van den Bruck   ebenda


"Nach den heftigsten Kämpfen, die Triebansprüche des Individuums mit den Forderungen der menschlichen Gesellschaft zu versöhnen, landet er (Dostojewski) rückläufig bei der Unterwerfung unter die weltliche wie unter die geistliche Autorität, bei der Ehrfurcht vor dem Zaren und dem Christengott und bei einem engherzigen russischen Nationalismus, eine Station, zu der geringere Geister mit weniger Mühe gelangt sind."
Freud, Siegmund   ebenda
 
           Nietzsche ZRATUSTRA Übermensch Sigmund Freud
 
 
"Dostojewskij hat es versäumt, ein Lehrer und Befreier der Menschen zu werden, er hat sich zu ihren Kerkermeistern gesellt."
Freud, Siegmund; Dostojewski und die Vatertötung
Dies kann man, sofern man will, als Kommentar zu seinem sich zusehends manifestierten Konservatismus begreifen oder zu seiner persönlich-freundschaftlichen Beziehung zu Pobedonoszew.
 

„Wonach es ihn drängte in dieser Unsicherheit seiner seelischen Widersprüche - der bald Rebell, bald gehorsamer Knecht war, den es zu Abgründen zog, vor denen er erschauerte -, das war das Auffinden einer bündigen Wahrheit. Und da machte er kühn den Irrtum zu seinem Wegführer.“
Adler, Alfred; Praxis und Theorie der Individualpsychologie - Dostojewskij (1918)


"Die Brüder Karamasow sind nicht das Werk eines Realisten, obgleich sie realistische Details enthalten, weil Dostojewski kein Interesse hat, die Ursachen der Prozesse, die er schildert in die praktische Reichweite der Gesellschaft zu stoßen, er beabsichtigt deutlich sie daraus zu entfernen."
B. Brecht   ebenda

          Dreigroschenoper Brecht Bertold Brecht


"Widerspruch ist ein Zeichen der Wahrheit. Dieser Satz aus den Habilitationsthesen von Hegel ist ein Axiom für Dostojewskij."
Hübner, Kurt; Was kann die Philosophie zur Vereinigung Europas beitragen? S. 75


"Dostojewskis Mensch hat nicht nur Himmel und Erde und Tier und Mensch geschaffen, sondern auch die Gemeinheit, die Rache, die Grausamkeit. Und auch hier ließ er sich nicht vom Teufel in`s Handwerk pfuschen."
Benjamin, Walter; Über Dostojewski


"Der Dostojewski-Mensch ist unfertig, ein Werdender, gleichviel, wie alt er sein mag, ein Wanderer, der stets unterwegs ist, auch wenn er kaum je seine ärmliche Gasse verlassen hat."
Sperber, Mannes; Über Dostojewski


"Nun, was in einem Buch von Dostojewski, ganz wie bei einem Bild von Rembrandt, vor allem wichtig ist, das ist der Schatten. Dostojewski stellt seine Personen und seine Ereignisse zusammen und wirft ein grelles Licht auf sie, so dass es sie nur von einer Seite trifft."
Gide, Andre; Dostojewski Aufsätze und Vorträge Verlag Das Goldene Flies S. 98

 
 
          Nietzsche ZRATUSTRA Übermensch Andre Gide
 
 
"Gewiss gibt es keinen wahren, einzigen, richtigen Dostojewski. Es kann nur den Dostojewski unserer Erfahrung geben."
Horst Bieneck; Über Dostojewski
 

"Dostojewski ist viel zu stark, um sich auf einem Kirchhof einzuschließen."
Suares, Andre, Dostojewski S. 107



 
             und Russen über ihn




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