Dostojewski, Weib, Frau
                                               D O S T O J E W S K I  


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Hatte Dostojewski für Maria Dimitrijewna eine leidenschaftliche Liebe empfunden, die im Mitleid ihren Ausklang fand, für Apolllinaia Prokofjewna den Irrsinn der Liebe, für Anna Wasiljewna träumerische Schwärmerei, so für Anna Grigorjewna eine durch Freundschaft gefestigte Liebe; und jedes dieser Gefühle hat er mit äußerster Intensität erlebt.
Maurina, Zenta, Dostojewskij, Maximilian Dietrich Verlag 1952
 
 
An seinen Bruder Michael  16. November 1845
„Alle Minchen, Klärchen, Mariannchen usw. sind schöner als je, sie kosten aber furchtbares Geld. Dieser Tage haben mich Turgenjew und Belinskij wegen meines unordentlichen Lebenswandels ganz fertiggemacht.“
 
„Zum Verständnis dieser Stelle (. . .) ist anzumerken, dass die St. Petersburger Prostituierten oft Töchter deutscher Handwerker waren, und daher Namen wie Karoline oder Klara keine Seltenheit darstellten.“
Neuhäuser; Frühwerk  S. 63
 

Gegenteiliges:
"Mit zwanzig Jahren suchen die jungen Leute gewöhnlich ihr Ideal bei den Frauen und laufen schönen Weibern nach. Auffallender Weise war bei Dostojewski nichts dergleichen wahrzunehmen. Er verhielt sich völlig gleichgültig in Hinsicht auf die Gesellschaft von Frauen, und es sah fast so aus, als habe er eine gewisse Antipathie gegen sie!"
Dr. Riesenkampf, ein Freund Michael Dostojewskis (Dostojewski wohnte eine Weile bei ihm) im Jahr 1846

Dostojewskis Tochter Ljubow gibt diesbezüglich in ihren Erinnerungen an ihren Vater eine eher amüsante Erklärung ab:
„Man wundert sich, keiner Frau im Leben Dostojewski zu begegnen in dieser Zeit seiner ersten Jugend, die doch bei den meisten Menschen der Liebe geweiht ist. Weder eine Braut, noch ein Verhältnis, nicht einmal ein Flirt. Diese außerordentliche Enthaltsamkeit kann ich nur aus der späten Entwicklung seines Organismus erklären, die im nördlichen Russland nicht selten ist.“
Dostojewskis Tochter, Aufzeichnungen S. 61



              
               Maria Issajewna, Dostojewskis 1. Frau


Wiederum soll laut dem Buch von Marc Sionim "Dostojewskis drei Lieben" ein Zeitgenosse über Dostojewski angemerkt haben, dass das Studium der Frauen seine Lieblingsbeschäftigung gewesen sei.

„Nie hatte er es erreicht, von einer Frau wirklich geliebt zu werden, und je hektischer er sich darum bemühte, desto weniger gelang es ihm, so dass er schließlich, nach dem Tod Marias, allen möglichen Frauen Heiratsanträge machte – und jedes Mal einen Korb bekam.“
Interpretation moderner Kurzgeschichten, Verlag Moritz Diesterweg 1956 S. 162

„Die Schönheit ist dem Weibe zum Anfang gegeben, um den Mann zu fesseln, denn das sittliche Band ist noch schwach. Später ist die Schönheit dann nicht mehr nötig, man liebt das Weib weil man seelisch zusammenwächst (organische Verbindung).“
Aus den Tagebüchern eines Schriftstellers

Brief aus Bad Ems 1880
"Der ganze Irrtum der Frauenfrage liegt darin, dass man Unteilbares teilt, dass man Mann und Frau getrennt betrachtet, wo sie doch die Ganzheit eines Organismus sind. Die Kirche macht diese Trennung nicht.“
Evdomikov, Paul; Der Abstieg in die Hölle, Otto Müller Verlag Salzburg 1965

 
„Die Wissenschaft kommt ganz gut ohne euch aus“, dozierte er vor seinen Bewunderinnen „nicht aber die Familie, die Kinder, die Küche . . . Frauen haben nur eine Berufung: Hausfrau und Mutter zu sein. Eine andere Berufung gibt es für sie nicht; die Frau hat keine, kann gar keine gesellschaftliche Funktion übernehmen. All das sind Dummheiten, Hirngespinste, leere Worte . . .“
Kjetsaa, Geir; Dostojewskij, VMA Verlag Wiesbaden 1985 S. 388
 


              Snitkina
              Anna Dostojewskaja, Dostojewskis zweite Frau
 
 
Dostojewski war ausgesprochen eifersüchtig.
„Er sah rot, wenn sich jemand erdreistete, Annas Hand zu küssen: Männer, die einer Frau die Hand küssen, betrachten sie als Sklavin und wollen sie dafür entschädigen, indem sie sie als Königin behandeln."
Ebenda S. 387
 
"In seiner Einstellung zur Frau war Dostojewski der Gegensatz Tolstojs, der Kaiser Wilhelms 3K-Formel Kinder, Küche, Kirche als gültig anerkannte."
Maurina, Zenta; Dostojewskij, Maximilian Dietrich Verlag 1952  S. 223

Der Artikel `Antwort auf den Russki Westnik` ist eine umfangreiche Entgegnung Dostojewskis auf einen konservativen Aufsatz Katkows zur Frauenposition. Er erschien 1861 in der Wremja Nr. 5. Er ist auf Deutsch erschienen in "Eine verfängliche Frage", Aufbau Verlag 1988 S. 324 - 359.



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Gegen Ende des Jahres 2017 wird das Buch "Dostojewski und das Weib - Betrachtungen" erscheinen.
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