D O S T O J E W S K I  


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"Ich will selbst leben!"
Anna Wasiljewna Korwin Krukowskaja


Dostojewski über sie:
„Anna Wasiljewna ist außerordentlich klug, kultiviert, literarisch gebildet und hat ein wundervolles, gutes Herz. Sie ist ein Mädchen mit hohen sittlichen Qualitäten; aber ihre Überzeugungen stehen in diametralem Gegensatz zu meinen, und sie ist viel zu geradlinig, um sich von ihnen abbringen zu lassen. Deshalb wäre unsere Ehe wohl kaum glücklich gewesen.“
Kjetsaa; Der gewaltigste unter den russischen Giganten S. 230

A. Jaquelard-Korwin
                                                                                         Um 1860

"Dostojewskis Zeitschrift Epoche bekam zwei Erzählungen zugesandt; gezeichnet: Juri Orbelow. Er veröffentlichte beide. Es dauerte nicht lange, da erschien die Autorin auf der Redaktion und gefiel dem Schriftsteller noch besser als ihre Erzählungen.
Tochter eines reichen litauischen Gutsbesitzers, eine blendende Schönheit, mit wundervollem blonden Haar, leuchtenden blauen Augen, klug und entschlossen, von einem unwiderstehlichen Drang nach Unabhängigkeit beseelt.“
Maurina, Zenta; Dostojewskij, Maximilian Dietrich Verlag 1952


„Sie war ein wohlerzogenes, literarisch gebildetes und gutherziges Mädchen von neunzehn Jahren. Nach einem Briefwechsel, der sich mehrere Monate hinzog, kam sie mit ihrer Familie zu Besuch nach Petersburg, wo die Verlobung erfolgte. Die Verlobten erkannten bald, dass sie sich zwar in literarischen Dingen ausgezeichnet verstanden, ihre politischen Ansichten aber schroff entgegengesetzt waren. Sie blieben ein Leben lang in unveränderter Freundschaft verbunden. Anna Korwin Krukowskaja heiratete später in der Schweiz einen französischen Anarchisten. Dostojewski hat stets mit der größten Hochachtung von ihr gesprochen, er bezeichnete sie als eine der besten Frauen, denen er begegnet sei.“
Doderer, Otto; Die Unnachgiebigen, Verlag Butzon & Berker 1950

 
 
Anna Wasiljewna Korwin Krukowskaja


„In den Monaten März / April 1865 besucht Dostojewski A. K. Krukowskaja  drei- bis viermal die Woche.“
Onasch, Konrad; Biographie  S. 66


Der Gegenpart:

Die Geschichte der Liebe Dostojewskis zu A. K. Krukowskaja findet sich den „Kindheitserinnerungen“ ihrer Schwester S. W. Kowalewskaja wieder.
Aus diesen Erinnerungen ist jedoch nicht ersichtlich, dass A. K. Krukowskaja, wie A. G. Dostojewskaja schreibt, auch nur für kurze Zeit Dostojewskis Braut war und dass Dostojewski dann wegen Meinungsverschiedenheiten in weltanschaulichen Fragen genötigt war „ihr Wort zurückzugeben“.

Anna Korwin Krukowskaja habe gleich nach dem Antrag Dostojewskis zu ihrer Schwester gesagt: „Er braucht eine ganz andere Frau als mich. Seine Frau muss sich ihm völlig widmen, ihm ihr ganzes Leben geben, nur an ihn denken. Das kann ich nicht, ich will selbst leben!“
Vgl.
Dostjewskaja A. G., Erinnerungen, Rütten und Loening Berlin 1976
Kowalewsky, Sonja; Erinnerungen an meine Kindheit, Kiepenheuer Verlag Weimar 1963

 
Anna K. Krukowskaja:
„Außerdem ist er so furchtbar nervös und anspruchsvoll. Er reißt mich förmlich an sich und saugt mich aus: Ich bin nie ich selbst, wenn er da ist.“
Hamel, Christine; Dostojewskij S. 87
 


 A. Jaquelard-Korwin
Anna Wasiljewna Korwin Krukowskaja
 

„Hiermit sollte sie auch Recht behalten. Sie war aktive Teilnehmerin an der Pariser Kommune und heiratete 1871 den Pariser Arzt und Revolutionär Jaquelard. Während der Kommune war sie Vorsitzende des Komitees für Frauenbildung und zeichnete revolutionäre Aufrufe furchtlos mit ihrem Namen.
Die stolze, unnahbare, selbstbewusste Katharina Iwanowna (Brüder Karamasow) ist nach Anna Wasiljewna gezeichnet.“
Maurina, Zenta; Dostojewskij, Maximilian Dietrich Verlag 1952
 
"Trotzdem kam es zu keinem Bruch zwischen ihnen. Sie schrieben einander und trafen sich oft in den späten siebziger Jahren, als Anna längst den französischen Kommunarden Jaclard geheiratet hatte. Aber bei ihr war nie von Liebe die Rede und man kann sich fragen, ob Dostojewski vielleicht übertreibt, als er später erzählte, Anna habe ihm ihr Ja-wort gegeben, aber er habe ihr Heiratsversprechen nicht angenommen."
Kjetsaa; Der gewaltigste unter den russischen Giganten  S. 228

Mai 1879
Briefwechsel mit A. Jaquelard-Korwin (Korwin Krukowskaja)

Sommer 1879
Die Dostojewskis halten sich in Starja Russa auf und treffen sich oft mit Familie von A. Jaquelard-Korwin (Korwin Krukowskaja)

Anna Dostojewskaja:
"Anna Wasiljewna fehlte jene Bereitschaft zum Nachgeben, die in jeder guten Ehe unentbehrlich ist, besonders in einer Ehe mit einem so kranken und reizbaren Menschen wie Fjodor Michailowitsch."
Dostjewskaja A. G., Erinnerungen, Rütten und Loening Berlin


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