D O S T O J E W S K I  


erz
 
Die Geburt
 
Um den schnellsten Weg zur Hebamme im Gewirr der Gässchen ja nicht zu verfehlen, wenn es soweit sein wird, übt ihn Dostojewski täglich.
Elsässer-Feist, Dostojewski
 
Anna Grigorjewna:
„Er warf sich vor meinem Bett auf die Knie und küsste mir die Hände. Die ersten zehn Minuten waren wir so betäubt vor Glück, dass wir nicht wussten, ob uns eine Knabe oder ein Mädchen geboren war.“
Dostojewskaja;  Erinnerungen Rütten & Loening Verlag Berlin, 1976
 
Die Hebamme sagte mir, sie habe in ihrer langjährigen Praxis noch keinen werdenden Vater gesehen, der die ganze Zeit so aufgeregt und so verwirrt gewesen wäre wie mein Mann, und wiederholte: "Oh, ces Russes, ces Russes!"
Ebenda
 
               
               Geburtsurkunde von Sonja


Der Tod
Dostojewski:
„Sie weinte nicht und verzog nicht das Gesicht, wenn ich sie küsste; sie hörte auf mit weinen, wenn ich mich näherte. Und jetzt sagt man mir zum Trost, dass ich sicher noch mehr Kinder haben werde. Aber Sonja! Wo ist Sonja, wo ist dieses kleine Geschöpf, für das ich willig Kreuzqualen auf mich genommen hätte, wäre sie nur am Leben geblieben!“
Kjeetsa
 
        
Auf der Grabplatte sind Geburts- und Sterbedaten sowohl  nach dem russischen als auch nach dem im Westen geltenden Kalender angegeben.
 
 
Dostojewskis ziehen von Genf nach Vevey, weil sie es nicht ertragen, an dem Ort zu verweilen, an dem ihre Tochter - ihr erstes Kind starb.
 
Im Juli schreibt Dostojewski in einem Brief aus Vevey an Majkow:
"Es gibt Augenblicke die ich kaum ertragen kann. Sie hatte mich schon gekannt; als ich an ihrem Sterbetage aus dem Hause ging um Zeitungen zu lesen und noch keine Ahnung davon hatte, daß sie nach zwei Stunden sterben sollte, verfolgte sie so aufmerksam all meine Bewegungen und sah mich mit solchen Augen an, daß ich es heute noch vor mir sehe, und die Erinnerung wird von Tag zu Tag lebendiger. Nie werde ich sie vergessen, nie wird mein Gram ein Ende nehmen! Und wenn ich mal ein anderes Kind gekommen sollt, so weiß ich garnicht,  ob ich es werde liebe können; wo ich die Liebe hernehme. Ich will nur Sonja. Ich kann es garnicht fassen, daß sie nicht mehr ist und daß ich sie nie wieder sehen soll."

 
           
            Sonjas Grabstein in Genf
            © claus harmsen, photoagentur stones & art

        
          
 
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