D O S T O J E W S K I  


Michael Bruder Fedor
 
Fjodor hat sich Michail anvertraut. Michail hat keine Gegenwehr gezeigt, aber eben vermutlich auch kein ebenbürtiges Gebaren gegenüber Fjodor. Michail hat halt eine recht starke Zurückhaltung geübt - keine Ablehnung. Die gemeinsame Kindheit (zu den anderen Geschwistern bestanden keine ernsten Bindungen) hat die beiden Brüder sicherlich eng miteinander verbunden. Gab es doch für die Kinder kaum Kontakte zur Außenwelt. Derart verbunden müssen sie den Tod von Vater und Mutter verwinden. Zu wem hätte man dann näher stehen sollen, als eben zueinander. Das ganze auch noch vor dem Hintergrund romantisch/depressiver Motivationslage, befeuert mit pubertärer "Unaufgeräumtheit". Sie waren Brüder im Geiste und Erleben. Nicht aus einer Entscheidung, sondern aus den Umständen heraus.

Michail Dostoevsky
Michail Michailowitsch Dostojewski


In Folge haben sich die äußeren Lebensumstände der beiden verändert, blieben nicht identisch, es entwickelten sich Einflüsse durch eine freiere  Welt, die ihnen bis dahin recht verschlossen gewesen war. Das Selbstverständlichste der Welt nahm seinen Lauf. Jeder begann zusehends ein Leben eigener Prägung. Die vergangenen Erlebnisse und Erfahrungen verbanden, dazu das Faktische der Verwandtschaft. Neues aber verband sie wenig / nicht viel - jedenfalls nicht mehr maßgebend ähnlich. Michail, der "Vernünftige" kam seinen moralischen Pflichten gegenüber seinem Bruder nach, zögerlich. Dostojewski, sowieso in der Regel verzweifelt und isoliert, liebt das was er hat - seinen Bruder - denn er hat nichts anderes zum lieben.

Fjodor vertraute nicht unbedingt seinem Bruder Michail, aber er vertraute auf ihn. Er hatte keine Wahl.
Vertrauen im Sinne von blindem Vertrauen oder eines sich völlig aufeinander Verlassens, scheint es nie so recht gewesen zu sein. Spätestens mit der Heirat Michails 1841 trennten sich ihre Gemeinsamkeiten bereits zusehends. Vertrauen hin oder her. Innig ist vermutlich nicht das treffendste Adjektiv in der Beschreibung der Beziehung der beiden zueinander.



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