D O S T O J E W S K I  



 
Veröffentlichung
1880 erstmals veröffentlicht als Bestandteil des Romans Die Brüder Karamasow (fünftes Kapitel des fünften Buches) in der Zeitschrift „Der Russische Bote“
1894 erschien die Studie „Dostojewski und seine Legende vom Großinquisitor“ in der Zeitschrift „Russkij Westnik“ und erlangte auf diesem Wege umfängliche Bekanntheit.

Handlung
„Der Inquisitor belehrt den wiedergekehrten Weiland, dass die Kirche nichts anderes zu gehabt habe, als sein, Jesu, Fehler gutzumachen. Jesus wollte den Menschen die Freiheit bringen, doch der Mensch ist nicht geschaffen frei zu sein. Indem ihm die Kirche die Freiheit wieder nahm, ihn unter ihre Autorität beugte und ihm zum Lohn eine in Wahrheit gar nicht vorhandene ewige Glückseligkeit verhieß machte sie ihn wahrhaft glücklich. Unglücklich sind nur die wenigen Wissenden, die aber darin ihren Trost finden, dass sie den Millionen DAS Glück geschenkt haben, das diese allein verstehen können und das Christus ihnen nicht zu geben wusste.“
Luther, Nachwort zum Großinquisitor Reclam 1997   S. 59









Anmerkungen
Es bestehen unzweifelhafte Parallelen / Anlehnungen bestehen zwischen Dostojewskis „Großinquisitor“ und Schillers „Don Carlos“. mehr

„Im Wesentlichen ist der Großinquisitor jedoch die ganze Dichtung, der große Gedanke Dostojewskis, in eine Parabel gebracht: der Kampf der mechanischen Welt, als deren erhabenster Ausdruck Dostojewski der Katholizismus erscheint, gegen den geist, gegen Christus.“
Kassner, Nachwort zum Großinquisitor, Insel 1914   S. 43


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„Vordergründig bedeutet die Legende, dass der Großinquisitor seine Verfügung über Christus, seine Vereinnahmung von Christus zu rechtfertigen sucht: als eine Maßnahme zum Schutz der schwachen menschlichen Natur gegen die Überforderung durch Christus.“
Buch, Zum Sinn der Legende vom Großinquisitor S. 90 In Jahrbuch DDG Bd. 3

„Dostojewskijs `Großinquisitor` hat seit seinem Erscheinen die Leser so aufgewühlt, dass sie bis heute nicht aufgehört haben, sich dieses kurze Kapitel aus dem großen Roman zu deuten. Aber wir stehen dennoch, nach über einem Jahrhundert, immer noch am Anfang. Die emsigsten Bemühungen in allen Sprachen  haben uns im Grunde genommen nur offene Fragen hinterlassen.“
Rothe, Die Entstehung des Großinquisitors von Dostojevskij S. 95  In Jahrbuch DDG Bd. 3




 
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