D O S T O J E W S K I  


Бедные люди, Двойник. Петербургская поэма, Господин Прохарчин, Роман в девяти письмах, Хозяйка, Белые ночи, Ползунков, Мальчик у Христа на ёлке, Честный вор, Чужая жена и муж, под кроватью, Чужая жена и муж под кроватью, Слабое сердце, Неточка Незванова, Маленький герой, Дядюшкин сон, Село Степанчиково и его обитатели, Записки из мертвого дома, Униженные и оскорбленные, Скверный анекдот, Зимние заметки о летних впечатлениях, Записки из подполья, Крокодил, Преступление и наказание, Игрок, Идиот, Вечный муж, Бесы, Дневник писателя, Бобок, Кроткая, Подросток, Сон смешного человека, Братья Карамазовы, Великий инквизитор, Пушкинская речь
 
Veröffentlichung
1868 erstmalig in der Zeitschrift "Der Russische Bote"

Handlung
Ein an Epilepsie leidender Fürst, der mit Schlichtheit und Einfalt geschlagen ist, bewegt sich als Idiot in der intriganten St. Petersburger Gesellschaft. Hier ein kurzer Inhalts-Abriss.
 

Anmerkungen zur Entstehungsgeschichte
 
"Der Idiot ist (. . .) Ende des Jahres 1867 in Genf begonnen und Ende des Jahres 1868 in Mailand beendet worden.
(. . .) Der Roman aber hatte bereits im Januar 1868 zu erscheinen begonnen und die Fortsetzungen mussten immer zu einem bestimmten Zeitpunkt geliefert werden."
F. M. Dostojewski: Sämtliche Werke, Erste Abteilung: Dritter Band: Der Idiot - Erster Band; Piper Verlag München 1920  S. 16 (aus den Vorbemerkungen)

               
                   Faksimile einer Skizze Dostojewskis zum Roman Idiot
 

„Lange konnte sich Dostojewski nicht für den geeigneten Schluss des Romans Der Idiot entscheiden. In einer Fassung heiratet Nastasja den Fürsten wirklich; in einer anderen flieht sie am Vorabend der Hochzeit in ein Bordell; in einer dritten heiratet sie Rogoschin, in wieder einer andern Variante befreundet sie sich mit Aglaja und fördert deren Heirat mit Myschkin; es gibt sogar Hinweise dafür, dass Dostojewskij die Möglichkeit untersucht hat, Aglaja zu Myschkins Mätresse zu machen.“
Steiner; Tolstoij oder Dostojewskij  S. 159
 
"Beim Schreiben seiner Romane wählte er sich immer ein großes Vorbild. Wie er beim Idioten an Cervantes dachte, so beim Jüngling an Puschkin.
Maurina; S. 262

„Die Handlung selbst wird in gekonnter Weise entwickelt, wobei zahlreiche geniale Kunstgriffe die Spannung erhalten. Einige von ihnen allerdings erscheinen mir im Vergleich zu Tolstois Vorgehen wie Keulenschläge und nicht wie die leichte Berührung einer Künstlerhand, doch gibt es zahlrieche Literaturwissenschaftler, die dieser Ansicht nicht zustimmen.“
Nabokov, Die Kunst des Lesens  S. 188

"In den Entwürfen zu dem Roman `Der Idiot` gibt es drei Stellen, an denen Dostojewski schreibt `Der Fürst ist Christus`."
Malgorzata Swiderska; "Der Idiot - ein moderner Christus? In: Dichter, Denker, Visionör Hrsg. Setzer, Müller, Kluge) S. 127

               Соня Федоровна Достоевская Аполлон Николаевич Некрасов, Николай Алексеевич Панаев Иван Иванович Полонский Яков Петрович Пушкин, Достоевский, Фёдор Михайлович
                 Der Idiot in einer Originalausgabe 1874
                           (im Omsker Dostojewski-Museum (c) Judith Vöcker


Zum Idioten schreibt er im Februar 1869 aus Florenz an S. A. Iwanowna:
"Doch ich bin mit dem Roman nicht zufrieden; er bringt nicht den zehnten Teil dessen zum Ausdruck, was ich ausdrücken wollte, wenngleich ich mich dennoch nicht von ihm lossage und meine missglückte Idee immer noch liebe. Jedenfalls ist die Sache so, so dass er für den Leser nicht effektivvoll genug ist."
Schröder (Hrsg.); Briefe; Insel Verlag S. 98

Dostojewski in einem Brief an S. A. Iwanowa (8./20. März 1869 aus Florenz)
„Was die Mängel betrifft, so sehe ich sie vollkommen ein: ich ärgere mich selbst so über meine Fehler, dass ich gern eine Kritik über das Buch geschrieben hätte.“
Hitzer (Hrsg.); Briefe, Piper S. 309

"Seiner Nichte Sophia Iwanowa hatte er die Zeitschriftenausgabe des `Idioten` gewidmet. Als jedoch ein paar Jahre später die Buch-Ausgabe vorlag, war die Widmung verschwunden.“
Kjetsaa S. 315

Zu ihr hatte er engen Kontakt - zumindest während seiner Zeit in Europa. Viele der Briefe sind erhalten.  Nach seiner Rückkehr aus 1867 schlief der Kontakt dann ein.
Hinzu kommt ein vehementer Streit um das Erbe der reichen Tante.


             
               Sophia A. Iwanowa



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