D O S T O J E W S K I  


Мальчик с ловкостью Маленький мальчик в канун Рождества с Господом Иисусом Нежные молодежи Фермер Сон смешного человека Достоевский, Фёдор Михайлович

 
 Festnahme               Haft               Prozess               Hinrichtung

Dostojewski bekam die Zelle Nr. 9.
 

Дядюшкин сон, Село Степанчиково и его обитатели, Записки из мертвого дома, Униженные и оскорбленные, Скверный анекдот,  Зимние заметки о летних впечатлениях, Записки из подполья, Крокодил, Преступление и наказание, Игрок, Идиот, Вечный муж, Бесы, Дневник писателя, Бобок, Кроткая, Подросток, Сон смешного человека, Братья Карамазовы, Великий инквизитор, Пушкинская речь 
                                            Der Zellenblock, in dem Dostojewskis Zelle lag.
 
 
Die Peter-Pauls-Festung
Angelegt als Trutzburg gegen die Angriffe der Schweden musste die Peter-Pauls-Festung niemals ihre eigentliche Funktionstüchtigkeit unter Beweis stellen. Stattdessen wurde sie sehr bald zum berüchtigtsten politischen Gefängnis des zaristischen Russland.

Alle Zellen hatten das gleiche minimalistische „Mobiliar“ - ein Eisenbett und einen Tisch, die beide in die Mauer eingelassen waren und einen Schemel.  Überall wimmelte es von Flöhen, Kakerlaken, Läusen und eben Ratten.
Die Gefangenen sollten zermürbt werden. Zwei von ihnen verstarben bereits während der Haft.

 
  
                                                            Innerhalb einer Zelle


Dostojewski beschreibt seine Zeit in der Festung eher von Langeweile als von Angst und Verzweiflung gekennzeichnet.
Er las unersättlich, so verlangte er u. a. die Bibel in mehreren Übersetzungen und verbrachte viel Zeit damit, seine eigene Verteidigung niederzuschreiben. 
 
Dostojewski:
„Ich war übertrieben reizbar, hatte eine krankhaft entwickelte Empfindlichkeit und die Fähigkeit, die gewöhnlichsten Vorfälle ins Unermessliche zu zerren.“
Hitzer; Gesammelte Briefe - Dostojewskij
 

                                                              Innerhalb der Festung


Seine Untersuchungshaft in der Peter-Pauls-Festung dauerte acht Monate. In den zwei ersten Monaten tat er nichts, dann aber erhielten die Angeklagten Bücher religiösen Inhalts und durften schreiben. Man ließ sie eine Viertelstunde lang auf dem kleinen Hof spazieren, jeden einzeln, und unter militärischer Bewachung.

Dostojewskis Bruder Andrej wurde auch kurzzeitig in der Festung festgesetzt. In seinen Erinnerungen berichtet er über diese Zeit:
„Und von nun an verlief mein Leben von einem Tag zum anderen in vollkommenem Nichtstun. Weder Bücher, noch Schreibpapier! Die einzige Zerstreuung bestand darin, dass die Tür meiner Kasematte sich fünfmal am Tage öffnete: um 7 Uhr morgens, wenn man das Waschwasser brachte und aufräumte; um 10 Uhr, wenn die Vorgesetzten ihren Rundgang machten - fast immer der Kommandant in eigener Person; um 12, wenn man das Essen brachte (Kohl- oder eine andere Suppe mit bereits kleingeschnittenem Rindfleisch und einen Brei; Brot so viel man wollte); um 7 Uhr abends, wenn man das Abendbrot brachte (eine warme Speise); und schließlich, wenn es dunkel wurde, um das Tranlämpchen aufs Fenster zu stellen.“
Fjodr Michailowitsch Dostojewski: Autobiographische Schriften
 

Nicht alle der Inhaftierten, überstanden diese Haft völlig unbeschadet:
"Der Gardegrenadieroffizier Grigorjeff wurde bereits in der Festung halb irrsinnig; der neunzehnjährige Kateneff kam von dort aus in die Irrenanstalt und somit überhaupt nicht vor das Militärgericht: und bei dem älteren Desbut stellte sich vorübergehend eine gewisse geistige Umnachtung ein."
Ebenda

In der Festungszeit schrieb Dostojewski die Erzählung Ein kleiner Held.



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